Winterreise - Ein Gewaltmarsch

Jahr:2013
Autor:Wilhelm Müller, Miklós Radnóti
Ort:Brick-5, Wien
Weiteres: 
Beschreibung:

Die Gedichte von Wilhelm Müller, die Franz Schubert für seinen Zyklus „Winterreise“ 1827 vertont hat - in Müllers Todesjahr und einem Jahr vor seinem eigenen Tod -, zeichnen ein einsames Bild eines Menschen, der sich nach Wärme sehnt.

Er ist isoliert in seiner unverstandenen Sehnsucht nach einem blühenden Leben, das unter einer dicken Eisschicht verborgen liegt.

Sicherlich ist es auch die Erfahrung Müllers als Soldat im Krieg gegen Napoleon, zu dem er sich freiwillig gemeldet hatte, die man aus diesen Gedichten herausliest.


In unserem Projekt „Winterreise – ein Gewaltmarsch“ verknüpfen wir die Befindlichkeit dieses einsamen Menschen mit dem Feldzug nach Rußland, den Hitlers Armee genau vor 70 Jahren unternahm. 

Hunderttausende deutsche und österreichische Soldaten, die meisten kaum 20 Jahre alt, zogen durch unendliche verschneite Ebenen Rußlands in den immer sicherer werdenden Tod. Sie zogen mordend und brandschatzend durch Länder, in denen sie absolut nichts verloren hatten, außer eine größenwahnsinnige politische Idee eines Diktators zu verfolgen, die durch nichts zu untermauern war, außer mit dem Blut dieser Jugendlichen. Dabei waren jeder für sich isoliert, mit den Erinnerungen an eine Welt, aus der sie brutal gerissen worden waren und den Sehnsüchten von einem Leben, das sie hofften später einmal leben zu dürfen. Kurt Vonnegut nannte den 2. Weltkrieg „Kinderkreuzzug“, den er selbst als 19-jähriger nur durch Glück überlebte. Die meisten der Millionen junger Männer kamen ums Leben, die meisten verhungerten, erfroren oder starben an Fleckfieber, das von Läusen übertragen worden war. Doch auch die Kriegshandlungen verursachten einen gewaltigen Blutzoll.  Allein in der Schlacht von Stalingrad im Februar 1943 starben über 700.000 Menschen.


Die grausame Dimension eines Gewaltmarsches werden wir durch die Gedichte von Miklós Radnóti erfahrbar machen. 

Dieser ungarische Dichter kam bei einem Gewaltmarsch in ein Gefangenenlager 1944 durch einen Genickschuß ums Leben, da er zu schwach war, weiterzumarschieren. Seine Leiche wurde aus einem Massengrab exhumiert. Bei dieser Gelegenheit fand man in der Innentasche seiner Jacke diese Gedichte.


Musikalisch werden wir sowohl die Vertonungen der Winterreise durch Franz Schubert auf einem Blüthner Flügel spielen, als auch die Transkriptionen dieser Kompositionen durch Franz Liszt auf einem Bösendorfer Konzertflügel.

 

 

Ausstellung „Stalingrad - Eine Begegnung“

 

Anlässlich der Vorstellungen unserer Winterreise zeigen wir einige Exponate der  Ausstellung „Stalingrad - Eine Begegnung“ der VHS Hietzing. Diese veranschaulichen, wie heute an die Schlacht von Stalingrad, die den Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs und ein Massengrab für hunderttausende Deutsche und Sowjets darstellte, in Volgograd erinnert wird. „Stalingrad - Eine Begegnung“ ist zugleich eine Spurensuche und der Versuch auch die Geschichte einiger Wiener zu dokumentieren. 

Die Ausstellung wurde von Dr. Robert Streibel, Direktor der VHS Hietzing und Historiker, kuratiert. Am 22. Juni findet anschließend an die Vorstellung gemeinsam mit ihm und Markus Kupferblum ein Publikumsgespräch zum Thema „Stalingrad“ statt.

 

 

Besetzung und Alllgemeine Daten

Text: Wilhelm Müller, Miklós Radnóti
Musik: Franz Schubert, Franz Liszt
 

Ensemble der Schlüterwerke:

Ulla Pilz, Sopran
Ingala Fortagne, Sopran
Andrea Köhler, Schauspiel
Stephanie Schmiderer, Schauspiel
Béla Bufe, Schauspiel
Katharina Weinhuber, Tanz
Donka Angatscheva, Klavier

Kostüme: Ingrid Leibezeder

Masken: Atelier Chiarivari, Basel
Regie: Markus Kupferblum
Dramaturgische Beratung: Ulla Pilz

Regieassistenz und Pressebetreuung: Mag. Lena Arends
Produktionsleitung: Johanna Jonasch

 

Veranstaltungsort: Brick-5, Fünfhausgasse 5, 1150 Wien
Vorstellungen:
Premiere: 21.06.2103 um 20 Uhr

Publikumsgespräch: Anschließend an die Vorstellung am Samstag, dem 22.06.2013, findet ein Publikumsgespräch mit Dr. Robert Streibel, dem Historiker und Kurator der Ausstellung „Stalingrad - Eine Begegnung“, zusammen mit Markus Kupferblum statt.

 

Ausstellung: Wir zeigen Exponate der Ausstellung \"Stalingrad - Eine Begegnung\", die bereits in der VHS Hietzing zu sehen war.

www.schlüterwerke.at

 

 

 

 

 
News | Curriculum | Foto | Video | Audio | Presse | Newsletter | Kontakt | Blog | Impressum